Stadt Würselen nutzt jetzt den City Ranger gegen Wildkraut auf Schotter- und Splittwegen der Friedhöfe (Aachener Zeitung)

Die Aachener Zeitung schrieb am Mittwoch den 12. Juli 2023 im Lokalteil:

„800 Grad heiße Luft statt Rasenmäher 

Adieu Rasenmäher, willkommen City Ranger. So heißt das  neue, quirlige Gefährt mit Knicklenkung, mit dem der Würselener Bauhof dem Unkraut Herr werden möchte. Der City Ranger bläst 800 Grad heiße Luft auf das ungewollte  Grün auf den Friedhofswegen. Chemie nutzen die Kolonnen schon länger nicht. Und ein Abflämm-System war Bereichsleiter David Hosin, 41, zu gefährlich – besonders bei den zunehmend trockenen Sommern. Das Heißluftgebläse ist nur unwesentlich leiser als ein Rasenmäher, hat im Vergleich zu den rotierenden Klingen aber einige Vorteile, wie Hosin und sein MItarbeiter Matin Mertens, 47, zwischen den Gräbern von St. Sebastian erklärt.

„Die heiße Luft zerstört die Eiweißzellen der Pflanze. Am nächsten Tag sind die Flächen braun“ (Martin Mertens, Mitarbeiter des Würselener Bauhofs)

Spätestens alle zwei Wochen müsste die Kolonne mähen. Mit der neuen Technik reichen vier oder fünf Fahrten in einem Jahr über dieselbe Fläche. „Die heiße Luft zerstört die Eiweißzellen der Pflanze. Am nächsten Tag sind die Stellen braun.“ sagt Martin Mertens, der zur Veranschaulichung dieses Vorgangs zwei Blättchen in die Hand nimmt. Ein unbearbeitetes, festes, saftiggrünes und ein welches, das sich unverzüglich dunkel färbt, sobald man es zwischen den Fingern zerdrückt. Der Rasenmäher hat Unkraut und Gräser kurz gehalten, der City Ranger hemmt sie im Wachstum und tötet sie dann ab. Eine zweite Alternative neben der Flammen-Variante wäre ein Schaumsystem gewesen. Dabei wird lästiges Grün mit heißem Wasser bearbeitet. Aber die Kolonne hätte jede Fläche absperren müssen, weswegen sich Bereichsleiter Hosin dagegen entschied.

128.000 Euro hat die Stadt Würselen investiert in das Gefährt der dänischen Marke Egholm und das entsprechende Equipment der Firma Zacho aus Niedersachen, die auf gift- und chemiefreie Wildkrautbekämpfung spezialisiert ist. Das Fahrzeug ohne Komponente kostet 60.000 Euro. Zehn Jahre soll es nach Plänen der Baubetriebshofleitung seinen Dienst verrichten. Der City Ranger ist ein Benziner (das Modell gibt es nicht als E-Variante), darf maximal 20 Kilometer die Stunde fahren und trägt zwei 80-Liter-Tanks für Autogas, das die Turbine für das Heißluftgebläse antreibt. Für Handarbeiten (zum Beispiel für schmale Streifen zwischen Gräbern) ist am Heck eine Heißluftlanze montiert. Bis zu neuen Stunden halten die Tanks, alle zwei Tage müssen die Kolonnen-Mitarbeiter also tanken. Das benötigt ein gewisses Maß an Planung. „Wir müssen fürs Tanken immer nach Haaren fahren, weil es in Würselen kein Tankstelle mit Autogas gibt“, sagt David Hosin.

Testphase gut gelaufen

Deswegen sollten die Mitarbeiter möglichst von der Basis St. Sebastian in der Innenstad Richtung Aachen fahren. „Wenn man in Linden-Neusen merkt, dass man tanken muss, ist das etwas blöd, denn Tempo 20 dauert eine Weile bis Haaren.“ Eine Woche brauchen sein Team für alle zehn Friedhöfe im Stadtgebiet, sagt David Hosin, der 2021 von der Stadt Aachen zur Würselener Verwaltung gewechselt ist. Weil die Testphase seit März gut gelaufen ist, hat die Kolonne das Arbeitsfeld des City Rangers erweitert und fährt zusätzlich den Linden- und den Dreiecksplatz an. Das Team müsste jedoch jeden Morgen aufs Neue darauf achten, wie feucht der Boden ist. Zwar komme die 800 Grad heiße Luft auch gegen Nässe an, doch wäre der Energieverbrauch um einiges höher. Die Arbeit ist also ineffizient betont Martin Mertens.

Nun könnte man auf die Idee kommen, das Heißluftblasgerät im tiefsten Winter zu nutzen, um Gehwege von Schnee und Eis zu befreien. Theoretisch ginge das. „Aber irgendwann macht der Bodenbelag das nicht mehr mit“, sagt David Hosin – bei den krassen Temperaturunterschieden würde Asphalt mit der Zeit bröckeln. Dennoch: Der City Ranger kann im Winter eingesetzt werden. Das vorne angebrachte Heißluftgebläse lässt sich mit wenigen Handgriffen mit einem Schneeschieber ersetzen. Oder mit einer Kehrmaschine. Oder: mit einer Heckenschere. „Das ist aber noch Zukunftsmusik, wir lassen uns das demnächst vorführen“, sagt David Hosin.“

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